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Nachrang vereinbaren

Aus Sicht des Unternehmens erfüllt der Nachrang zwei wichtige Funktionen. Die eine Funktion liegt im Aufsichtsrecht und die andere im Insolvenzrecht. Nachrang bedeutet zunächst nur, dass die Forderungen der Darlehensgeber erst nach den Forderungen der übrigen Gläubiger, die keinen Nachrang erklärt haben, erfüllt werden. Der Darlehensgläubiger muss also warten, wenn es dem Unternehmen nicht gut geht. 

Der Bundesgerichtshof hat dann aber in einem Aufsehen erregenden Urteil aus dem Jahr 2001 die Auffassung vertreten, Nachrang bedeute nicht nur zurücktreten hinter die anderen Gläubiger, sondern sogar Gleichbehandlung mit dem Gesellschaftskapital. Was hier wie eine weltfremde Spitzfindigkeit von Juristen aussieht, hat sich in zahllosen Fällen zu einer schieren persönlichen Katastrophe entwickelt. Hat ein Geschäftsführer eines Unternehmens diese Klausel nicht richtig aufgesetzt, haftet er persönlich zivilrechtlich auf Schadensersatz und strafrechtlich wegen Insolvenzverschleppung. 

Wird der Nachrang indessen zutreffend formuliert, hat dies zur Folge, dass das partiarische Darlehen, ohne Bankerlaubnis zur Zeichnung angeboten werden kann. Dies wiederum macht das partiarische Darlehen mit Nachrang zu einem geeigneten Instrument, um ein Unternehmen mit Hilfe des Kapitalmarkts zu finanzieren.

Lesen Sie mehr zum Nachrang unter Bankerlaubnis.